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Ein paar Eckdaten:

Meine Ausbildung zum Märchenerzähler habe ich im Mai 2000 abgeschlossen: "Der Trommler" Erzählung und Betrachtung in "3D".

 

Seit Ende 98 wohne ich zusammen mit meiner Familie in der Schweiz. Seit Juli 2005 nicht mehr in Brunnen, sondern in Niederhelfenschwil im Kanton St. Gallen.

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Was bedeuten mir die Märchen?

Durch einen Elternabend im Kindergarten meiner Tochter, bei dem eine Erzieherin uns Erwachsenen ein Märchen erzählt hat, bin ich wieder aufmerksam auf Märchen geworden. Was mich besonders faszinierte, war das Erzählen. Ein Märchen erzählt zu bekommen und nicht nur vorgelesen, ist ein spezielles Erlebnis. Der Erzähler ist ganz offen und nur für die Zuhörer da, im direkten Kontakt -> Augenkontakt. Dadurch kann „etwas" fliessen. Es gibt keine Trennung durch ein Buch oder durch eine Maske. Kein Fernsehgerät, dass mir diesen direkten Kontakt nur vorgaukelt. Da steht ein Mensch und hat mir etwas zu geben, zu sagen. Und er sagt es mir direkt. Ich fühle mich als Zuhörer also direkt angesprochen.

Was mir erst später, während meiner Ausbildung zum Märchenerzähler, aufgefallen ist, ist die Märchensprache. (Natürlich trifft dies hauptsächlich bei den eher ursprünglichen Texten zu.) Sie ist so einfach und unkompliziert. Wohl ungewöhnlich in der Wortwahl und Satzstellung, aber dafür sehr präzise und direkt. Keine umständlichen Umschreibungen, sondern direktes Beschreiben, was geschieht. Diese Sprache lässt ganz besondere Bilder in mir entstehen. Bei dem Versuch, ein Märchen nachzuerzählen, ist mir deutlich bewusst geworden, dass der Originaltext eines Märchens kürzer und prägnanter nicht hätte erzählt werden können. Diese alte Sprache der Märchen (besonders die Texte von Grimm in ihren ersten Sammlungen) übt auch einen besonderen Reiz auf mich aus, je länger, umso mehr.

Es gibt Märchen, die mich sofort ansprechen und die ich dann auch lernen möchte. Andere gefallen mir gar nicht, und bei manchen ändere ich doch noch meine Meinung, abhängig davon, wo ich im Moment stehe und was ich gerade brauche. So „schleiche" ich oft auch um ein Märchen herum, bis ich wirklich begreife, was es mir sagen will. Ich gewinne Figuren aus den Märchen lieb, weil ich mich selbst darin gespiegelt sehe, oder ich mag sie überhaupt nicht - aus dem gleichen Grunde.

 

 

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